Was dieses Buch eigentlich ist
Kein normales Bilderbuch. Die Seiten haben eingestanzte Rillen - Fahrspuren - und ein echter Aufzieh-Marienkäfer liegt dem Ganzen bei. Den Käfer aufziehen, auf die Spur setzen, loslassen. Das Kind schaut zu, lenkt nach, lacht. So simpel ist das Prinzip, und genau deshalb funktioniert es.
Mein Neffe Luca, drei Jahre alt, hat das Buch beim letzten Familienbesuch entdeckt. Ich hab ihn danach eine gute halbe Stunde nicht mehr gehört. Er hat den Käfer immer wieder aufgezogen, auf verschiedenen Seiten ausprobiert, kommentiert wohin der Käfer wohl will. Für jemanden, der sonst nach zehn Minuten das Interesse verliert, war das bemerkenswert.
Für wen es sich lohnt - und für wen nicht
Für Kinder um die drei bis fünf Jahre ist das Konzept genau richtig. Die Motorik, der kleine Mechanismus, die klare Aufgabe: Fahrspur folgen. Es gibt keine Batterie, keine App, nichts, das kaputt geht außer vielleicht der Aufzieh-Mechanismus bei zu rauem Umgang.
Ehrlich gesagt: Wer ein reines Vorlesebuch sucht, ist hier falsch. Der Text ist knapp, die Geschichte eher Vorwand. Das Buch lebt vom Tun, nicht vom Zuhören.
Die 20 Euro wirken auf den ersten Blick etwas hoch für ein Kinderbuch. Glaub mir, der Mechanismus und die Verarbeitungsqualität rechtfertigen den Preis aber gut. Als Geschenk, vor allem für Kinder, die gerne mit den Händen arbeiten, ist es eine sehr solide Wahl - besser als der zwölfte Plüschtier-Klassiker.