Ein Schlitten, der wirklich fährt

Das Konzept ist denkbar einfach: Aufziehschlitten auf die Seite setzen, loslassen, und das kleine Ding bahnt sich seinen Weg durch die gezeichneten Winterlandschaften. Kein Bildschirm, keine App, kein Ladevorgang. Meine Nichte, knapp drei Jahre alt, hat den Schlitten ungefähr vierzig Mal aufgezogen, bevor sie irgendwann eingeschlafen ist - Buch noch in der Hand.

Die Seiten selbst sind stabil genug, damit der Schlitten nicht durchrutscht oder das Papier reißt. Das ist kein Selbstverständliches bei Büchern in dieser Altersklasse. Die Illustrationen sind warm, klar, ohne zu viel Kleinkram. Gut für Kinder, die gerade anfangen, Bildgeschichten zu folgen.

Für wen es sich wirklich lohnt

Ehrlich gesagt: Das hier ist ein Geschenkbuch. Kein Buch, das man mal schnell zwischendurch liest. Es braucht einen Tisch, ein bisschen Platz, ein Kind mit Geduld für zwei Minuten. Für Eltern, die nach etwas suchen, das weder Plastikspielzeug noch reines Vorlesen ist, trifft das genau die Lücke.

Der Preis liegt bei 20 Euro ohne Rabatt - das ist für ein Buch dieser Größe nicht wenig. Glaub mir, man merkt aber, dass da etwas Handfestes drin steckt. Der Schlitten fühlt sich solide an, kein billiges Aufziehspielzeug.

Wer ein Kind unter drei beschenken will, würde ich eher warten. Das Buch verlangt eine gewisse Feinmotorik und Konzentration. Ab drei Jahren passt es gut. Wer ohnehin nach einem Weihnachtsgeschenk sucht, das nicht sofort in der Spielzeugkiste verschwindet - hier ist eine gute Antwort.