Was dieses Buch verspricht - und was es hält

Ich gebe es zu: Ich bin normalerweise nicht der Typ für Royal-Bücher. Zu viel Glanz, zu viel Sentimentalität, zu wenig Substanz. Aber "Swan Song" hat mich erwischt, und zwar nicht wegen des Themas, sondern wegen der Perspektive. Die Schwester als Erzählerin - das klingt erstmal nach Klatsch, ist es aber nicht. Es ist eher wie ein Gespräch, das man nicht erwartet hatte, das einen aber länger beschäftigt als geplant.

Das Buch liest sich flüssig, nicht reißerisch. Es gibt Passagen, da spürt man echte Wärme zwischen den beiden Frauen, aber auch eine stille Schwere. Kein Heldinnen-Epos, kein Enthüllungsroman. Eher ein Porträt, das in Grautönen arbeitet.

Für wen - und für wen nicht

Für 28 Euro ohne Rabatt ist das keine Spontankauf-Entscheidung. Wenn du Diana nur als historische Figur siehst und für Royals-Themen grundsätzlich nichts übrig hast, lass es. Du wirst nicht bekehrt werden. Wenn du aber mal ein Sachbuch lesen willst, das sich wie Literatur anfühlt, das Nähe erzeugt ohne in Kitsch abzugleiten - dann ist das hier eine gute Wahl.

Ein Vorbehalt bleibt: Der Preis spiegelt ein bisschen den Hype um das internationale Erscheinen wider. Inhaltlich rechtfertigt das Buch ihn, glaub mir, aber wer auf ein Taschenbuch warten kann, spart in ein paar Monaten vielleicht einiges. Wer jetzt lesen will: Es ist sein Geld wert.