Was mich überhaupt neugierig gemacht hat

Ehrlich gesagt war es der Titel. Pony Show. Der klingt entweder nach leichter Sommerunterhaltung oder nach etwas, das einen überrascht, sobald man die erste Seite aufschlägt. Bei mir war es das Zweite.

Ich hab das Buch an einem Sonntagabend angefangen, wollte nur kurz reinlesen, und saß um Mitternacht noch da. Das passiert mir selten. Der Roman hat eine Energie, die schwer zu greifen ist: Die Sprache ist direkt, manchmal fast roh, aber dahinter steckt mehr als man zunächst ahnt. Eine Szene - ich will nicht spoilern - rund um einen scheinbar harmlosen Auftritt hat mich kalt erwischt. So einfach, so präzise.

Für wen das Buch etwas taugt

Wer Romane mag, die sich Zeit lassen, ruhig entwickeln und in gemütlichem Plauderton erzählen, wird hier möglicherweise nicht glücklich. Pony Show macht einen nervös, im guten Sinne. Es ist das Buch für Leserinnen und Leser, die gerne ein bisschen aus dem Gleichgewicht gebracht werden.

Mein Vorbehalt: 25 Euro ohne Rabatt ist kein Schnäppchen-Preis. Für mich war es das wert, aber wer unsicher ist, schaut vielleicht erst in eine Leseprobe. Die Bestseller-Platzierung auf Amazon deutet an, dass es vielen ähnlich geht wie mir - aber Bestseller ist kein Qualitätsversprechen, das wissen wir beide.

Wenn du Lust auf einen Roman hast, der dich nicht in Ruhe lässt: hier bist du richtig.