Was die Deluxe-Ausgabe anders macht
Ehrlich gesagt war ich skeptisch. Farbschnitt klingt erst mal nach Verpackungsversprechen, das keiner braucht. Aber als ich das Buch zum ersten Mal aufgeschlagen habe, war die Sache klar: Das hier ist ein Objekt, das Freude macht. Der Schnitt schimmert, der Einband sitzt fest in der Hand, und schon beim Blättern merkt man, dass da jemand an der Produktion nachgedacht hat. Kein billiges Papier, kein labbriger Rücken.
Für alle, die die Reihe im Regal stehen haben und auf Einheitlichkeit Wert legen: Kauft die Deluxe. Punkt. Wenn der sechste Band plötzlich schlichter aussieht als die anderen, nervt das mehr als man zugeben will.
Für wen ich es nicht empfehle
Wer die Reihe noch gar nicht kennt, sollte hier nicht einsteigen. Band 6 setzt einiges voraus, und der Einstieg mit dem teuersten Band wäre ungefähr so sinnvoll wie mit dem Dessert anzufangen. Fang bei Band 1 an, schau ob dich die Welt packt, und überleg dann.
Auch für Leserinnen, denen Buchästhetik egal ist: Die Standardausgabe tut's genauso. Der Inhalt ist identisch.
Mein ehrlicher Vorbehalt
Dreißig Euro für einen Roman ist kein Kleingeld. Maas schreibt packend, ja, aber Band 6 einer langen Reihe muss sich das Vertrauen erst verdienen. Glaub mir, wenn du die ersten fünf Bände verschlungen hast, zögert man hier keine Sekunde. Wenn nicht, ist das Geld besser woanders angelegt.