Ein Buch für schlechte Dienstagabende
Ich hab es an einem dieser Abende aufgeschlagen, wo man eigentlich weiß, dass alles okay ist, aber irgendwie trotzdem nicht daran glaubt. Genau dieser Moment, den der Titel beschreibt. Und das ist kein Zufall: Das Buch trifft diese Stimmung mit einer Präzision, die mich ehrlich überrascht hat.
Die 55 Impulse sind kurz. Manchmal nur eine halbe Seite, manchmal zwei. Das ist gut so, denn man liest es nicht am Stück - man greift es auf, blättert, bleibt irgendwo hängen. Kein großes System, keine Übungen mit Schritten und Unterkapiteln. Einfach Worte, die sitzen.
Was mich überzeugt hat - und was nicht
Was mir gefällt: Die Sprache ist ruhig, nie aufgeregt. Es gibt keine Versprechen, die man nicht halten kann. Kein "Du schaffst das!"-Geschrei. Eher ein stilles Nebeneinandersitzen mit dem Leser.
Mein ehrlicher Vorbehalt: Wer ein strukturiertes Selbsthilfebuch sucht, mit Methoden und konkreten Werkzeugen, wird hier nicht fündig. Das ist kein Workbook. Es ist eher ein kleines Begleitbuch, das man neben dem Bett liegen lässt.
Für mich lohnt es sich für jeden, der gerade in einer Zwischenphase steckt - nicht in der Krise, aber auch nicht wirklich in Fahrt. Und als Geschenk für jemanden, dem man sagen möchte: Ich denke an dich, ohne es groß zu erklären. Für Leute, die klare Antworten erwarten, ist es wahrscheinlich das Falsche.