Für wen ist das gedacht?
Ehrlich gesagt hatte ich keine hohen Erwartungen. Kunstgeschichte - das riecht für mich nach staubigen Vorlesungen und Begriffen, die man sofort wieder vergisst. Aber dieses Buch vom SPIEGEL-Bestsellerautor macht genau das Gegenteil. Es erklärt Kunstepochen so, dass man beim Lesen tatsächlich schmunzelt. Nicht weil es flach ist, sondern weil der Autor einen echten Blick für den absurden Unterton der Kunstgeschichte hat.
Kurzes Beispiel: Ich saß neulich im Café, hab ein Kapitel über den Barock gelesen, und musste laut lachen - sehr zur Verwirrung meines Gegenübers. Das passiert mir mit Sachbüchern selten.
Was ich daran schätze
Der Stil ist locker, ohne respektlos zu sein. Man lernt tatsächlich etwas, merkt es aber kaum. Für jemanden, der im Museum bisher nur genickt hat ohne wirklich zu verstehen, was er da anschaut, ist das eine ziemlich gute Lektüre. Die Kunstepochen werden greifbar, die Zusammenhänge auch.
Mein ehrlicher Vorbehalt: Wer schon Kunstgeschichte studiert hat oder tief im Thema steckt, wird hier wenig Neues finden. Das Buch ist klar für Einsteiger gemacht, und das ist völlig in Ordnung - solange man das weiß.
Lohnen sich die 25 Euro?
Für mich ja. Kein Rabatt im Moment, das stimmt. Aber es ist kein Wegwerfbuch - es bleibt im Regal und wird irgendwann nochmal rausgezogen, vor dem nächsten Museumsbesuch zum Beispiel. Wer Kunst bisher als Pflichtveranstaltung empfunden hat, bekommt hier einen Zugang, der überraschend angenehm ist.