Sudoku kann also auch Mörder jagen

Ich gestehe: Als ich den Titel zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich an einen schlechten Wortwitz. Murdoku. Aber dann hab ich es aufgeschlagen, und irgendwie blieb ich hängen. Das Konzept ist tatsächlich clever: Jedes Rätsel ist in einen kleinen Kriminalfall eingebettet. Du löst das Logical oder Sudoku, und der Ausgang des Falls ergibt sich aus deiner Lösung. Klingt simpel, fühlt sich aber nach mehr an als normales Zahlenausfüllen.

Ehrlich gesagt war ich überrascht, wie gut die Texte dazu passen. Kein Hochliteratur-Anspruch, klar, aber die kleinen Mordfall-Szenarien geben dem Ganzen eine Richtung. Man rätselt nicht ins Leere.

Für wen es sich lohnt - und für wen nicht

Wenn du Sudoku-Profi bist und nach ernsthaften Herausforderungen suchst, ist Murdoku vielleicht zu dünn. Die 80 Rätsel sind gut gemischt, aber Hardcore-Puzzler werden einige davon zu schnell lösen.

Als Geschenk hingegen - für jemanden, der True Crime liebt und gerne knobelt - ist es für 14 Euro kaum zu schlagen. Ich hab es einer Freundin hingelegt, die sowohl Krimipodcasts als auch Kreuzworträtsel liebt. Sie hat mich zwei Stunden später angerufen, um mir zu sagen, dass sie drei Fälle gelöst hat und nicht aufhören konnte.

Das sagt eigentlich alles. Kein Meisterwerk der Weltliteratur, aber ein Buch, das seinen Job macht: überraschend gut unterhalten, ohne dass man groß nachdenken muss, ob es sich lohnt.