Was du von einem 8-Euro-Stift erwarten kannst
Klar, die Erwartungen sollte man realistisch halten. Ein Lackstift ersetzt keine professionelle Ausbesserung, das war mir von Anfang an bewusst. Aber ich hab letzten Herbst einen hässlichen Steinschlag an meiner weißen Fahrertür entdeckt, so groß wie ein Stecknadelkopf, mit dem Metallblitz darin. Werkstatt? Für sowas zahlt man schnell 80 Euro aufwärts. Also hab ich den Licargo ausprobiert.
Der Pinsel ist fein genug, um punktgenau zu arbeiten, ohne dass die Farbe läuft. Das ist bei Lackstiften nicht selbstverständlich, glaub mir. Der Deckel lässt sich sauber öffnen, die Konsistenz ist nicht zu flüssig. Ich hab zwei dünne Schichten aufgetragen, kurz trocknen lassen, fertig. Das Weiß trifft meinen Fahrzeuglack nicht zu hundert Prozent, ein kleiner Farbunterschied bleibt sichtbar aus spitzem Winkel. Aber direkt draufgeschaut? Kaum noch zu erkennen.
Für wen er sich wirklich lohnt
Für jemanden, der kleine Steinschläge oder Kratzer schnell und günstig versiegeln will, bevor Rost entsteht, ist das hier eine sinnvolle Lösung. Kein Aufwand, keine Terminvergabe, keine hohe Rechnung. Der Stift ist "Made in Germany", was bei solchen Produkten zumindest ein Indiz für ordentliche Qualität ist.
Wer aber einen tiefen Kratzer mit sichtbaren Übergängen perfekt kaschieren will, der wird enttäuscht sein. Das ist keine Schwäche des Licargo speziell, das ist einfach die Grenze des Formats. Für alles unter einem Zentimeter Länge: sehr empfehlenswert. Für größere Schäden: lieber Profis fragen.