Wenn "Weil ich das sage" nicht mehr zieht
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als eine Freundin mir beim Kaffee erzählte, ihr Sohn antworte auf fast alles nur noch mit Schulterzucken. Kein Drama, kein Schreien. Einfach... Stille. Genau für solche Situationen ist dieses Buch geschrieben worden.
"Ich mach, was ich will!" liest sich nicht wie ein akademischer Ratgeber. Das ist das Erste, was positiv auffällt. Die Sprache ist direkt, die Beispiele erkennbar, und die Kapitelstruktur von A bis Z ist eigentlich eine schlaue Idee: Man schlägt nach, was gerade brennt, statt von vorne zu lesen. Handyzeit nervt heute? Kapitel H. Morgen ist Schulstress das Thema? Anderes Kapitel.
Was drin steckt - und was nicht
Ehrlich gesagt ist das Buch am stärksten, wenn es konkrete Gesprächsstrategien liefert. Keine Psychologie-Brocken, sondern Sätze, die man wirklich so sagen kann. Glaub mir, das ist seltener als man denkt.
Was mir fehlt: Tiefgang bei komplexeren Situationen. Wenn ein Teenager wirklich in einer Krise steckt, reichen die Antworten hier nicht. Das Buch ist kein Therapeuten-Ersatz, und das sollte man wissen, bevor man es kauft.
Für Eltern, die gerade in der frühen Pubertätsphase stecken, zwischen elf und vierzehn Jahren ungefähr, ist es aber eine gute Erstorientierung. Für alle, die schon tiefere Konflikte haben, würde ich eher gezielter suchen.
Mit 24,90 Euro ist der Preis fair für das, was man bekommt.