Was du da eigentlich kaufst

Kleine Karten, kaum größer als eine Visitenkarte, mit winzigen Schlupfwespenpuppen drauf. Klingt befremdlich? Verstehe ich. Ehrlich gesagt war mein erster Instinkt auch, die Dinger auf Abstand zu halten. Aber die Idee dahinter ist simpel: Schlupfwespen legen ihre Eier in die Motteneier, und der Nachwuchs der Motte kommt nie aus dem Ei. Keine Chemie, keine Falle mit halbem Falter drauf.

Das 12-Karten-Set von anwerk ist auf vier Lieferungen aufgeteilt, jeweils 3 Karten pro Sendung. Das ist kein Fehler, sondern Methode. Motteneier schlüpfen in Wellen, und du willst die Wespen dann da haben, wenn neue Eier gelegt werden. Wer das ignoriert und alle Karten auf einmal aufstellt, verschenkt die Hälfte des Effekts.

Für wen es sich lohnt, für wen nicht

Ich hab die Karten in einem älteren Küchenschrank getestet, wo jedes Jahr irgendwas flatterte. Nach zwei Zyklen: deutlich weniger Falter, nach drei: nichts mehr. Ob das Zufall war? Möglicherweise. Aber es deckt sich mit dem, was viele Bewertungen beschreiben.

Ein ehrlicher Vorbehalt: Die Wespen brauchen Wärme. Unter 15 Grad werden sie kaum aktiv. Wer einen kühlen Keller hat, verschwendet hier Geld. Und geduldig muss man sein, das ist keine Sofortlösung.

Für jemanden mit wiederkehrendem Mottenbefall in der Küche, der auf Spray verzichten will, ist das für mich eine der sinnvollsten Optionen auf dem Markt. Für einen einmaligen Befall im Sommer vielleicht etwas viel auf einmal.