Was dieses Buch verspricht - und was es hält

Der Titel klingt erstmal unspektakulär. "Ab nach Hause" - ja, okay, und? Aber genau das ist die kleine Falle, in die man tappt. Denn sobald man die ersten Seiten hinter sich hat, merkt man: Da steckt mehr drin, als der schlichte Titel vermuten lässt. Die Sprache ist direkt, ohne Schnörkel, und trotzdem trifft sie einen manchmal an unerwarteten Stellen.

Ich erinnere mich, wie ich das Buch an einem trüben Sonntagnachmittag aufschlug, eigentlich nur um kurz reinzuschauen. Zweieinhalb Stunden später saß ich immer noch auf dem Sofa, Tee längst kalt. Das passiert mir nicht oft.

Für wen es sich lohnt - und für wen eher nicht

Ehrlich gesagt: Wer knallharte Plotmaschinen liebt, actiongeladene Wendungen auf jeder Seite, der ist hier falsch. Das Buch lebt von Stimmung, von kleinen Beobachtungen, von Momenten, die man wiedererkennt, auch wenn man sie nie so direkt erlebt hat. Es ist ein Buch für Leute, die sich beim Lesen Zeit nehmen wollen.

Der Preis liegt bei 22 Euro - kein Schnäppchen im klassischen Sinne. Aber für ein Buch, das man nicht sofort weglegt und das einen noch kurz beschäftigt, nachdem man es zugeklappt hat, finde ich das vertretbar. Glaub mir, es gibt teurere Bücher, die deutlich weniger hinterlassen.

Ein kleiner Vorbehalt: Wer eine starke Handlung erwartet oder eine klare Geschichte von A nach B, könnte sich etwas verloren fühlen. Das Buch macht sein eigenes Tempo, und das muss man mögen.