Was du für 20 Euro bekommst

Ehrlich gesagt hatte ich niedrige Erwartungen. Ein Kochmesser in dieser Preisklasse landet bei mir normalerweise nach zwei Wochen in der Schublade, weil die Klinge schon nach der ersten Zwiebel stumpf wird. Das PAUDIN hat mich ein bisschen überrascht. Der Stahl - 5Cr15MoV, das ist chinesischer Mittelklassestahl - ist keine Offenbarung, aber er hält eine anständige Schärfe. Ich hab damit Tomaten, Fleisch, Kräuter verarbeitet, alles gut gegangen.

Der Pakkaholzgriff ist das, was mich am meisten überzeugt hat. Er liegt satt in der Hand, nicht billig, nicht rutschig. Den ersten Abend, als ich damit Hühnerbrust zugeschnitten hab, dachte ich kurz: warte, das fühlt sich teurer an als es ist.

Wo ich ehrliche Vorbehalte habe

Es ist kein Messer für jemanden, der schon ein gutes Wüsthof oder Global zuhause hat. Das wäre sinnlos. Aber für eine erste eigene Küche, für jemanden, der wenig kocht und trotzdem nicht mit einem Billigmesser kämpfen will - da passt es.

Die Klinge ist nicht so dünn, dass sie beim feinen Brunoise-Würfeln wirklich Freude macht. Für grobe bis mittlere Arbeit: sehr ordentlich. Für Perfektion am Schneidebrett: dann lieber mehr ausgeben.

Für mich ist das PAUDIN das Messer, das du verschenkst, wenn jemand auszieht und noch gar nichts hat. Oder das du ins Ferienhaus mitschleppst, ohne Angst zu haben. Zu diesem Preis gibt es kaum bessere Optionen.