Was du bekommst - und was nicht

Ein Stapel Karten, eine kurze Anleitung, fertig. Kein App-Aktivierungscode, kein Schnickschnack. Die Karten sind stabil genug für mehrere Spieleabende, auch wenn sie nach intensivem Einsatz an den Ecken etwas leiden. Für unter neun Euro erwartest du ja auch kein Leinenfinish.

Das Spielprinzip kennt jeder: Farben und Zahlen abwerfen, Aktionskarten strategisch einsetzen, als Erster alle Karten loswerden. Simpel auf dem Papier, aber am Tisch oft hitziger als erwartet. Ich erinnere mich an einen Abend auf einem Campingplatz in der Eifel - es war schon dunkel, jemand hatte eine Stirnlampe hingestellt, und aus "kurze Runde" wurden zwei Stunden. Genau dafür ist UNO gemacht.

Für wen es sich lohnt

Für Familien mit Kindern ab sieben Jahren ist das hier eigentlich keine Frage. Die Regeln sind in fünf Minuten erklärt, der Einstieg klappt sofort. Auch als Reisespiel oder Backup für lange Wartezeiten ist es kaum zu schlagen.

Wer aber ausgereifte Strategie sucht oder mit einer Gruppe regelmäßiger Spieler anspruchsvollere Runden plant, wird sich hier schnell langweilen. UNO lebt von Spontanität und ein bisschen Chaos - das ist seine Stärke, aber eben auch seine Grenze.

Mein ehrlicher Vorbehalt: Die Karten hätten etwas mehr Substanz vertragen können. Nach einem Sommer mit Kindern schauen sie schon etwas mitgenommen aus. Aber bei diesem Preis ist das kein K.O.-Kriterium, sondern schlicht ein Kompromiss, den ich persönlich eingehe.