Was Hitster eigentlich ist

Ein Stapel Karten, ein QR-Code, dein Spotify-Account. Mehr braucht es nicht. Jede Karte hat einen Song, den du per Handy abspielst, und die Aufgabe ist simpel: Du musst erraten, aus welchem Jahr er stammt, und ihn dann korrekt in deine persönliche Zeitlinie einordnen. Klingt harmlos. Ist es nicht.

Ich hab Hitster zum ersten Mal an einem ganz normalen Freitagabend gespielt, vier Leute, eigentlich wollten wir nur kurz was machen. Zwei Stunden später stritt sich jemand lautstark darüber, ob ein gewisser Backstreet-Boys-Hit vor oder nach der Fußball-WM 1998 erschienen ist. Das sagt eigentlich alles.

Für wen es sich lohnt, für wen nicht

Ehrlich gesagt funktioniert Hitster am besten in gemischten Runden - Leute zwischen 25 und 55, mit unterschiedlichen Musikgeschmäckern. Die Mischung macht den Witz. Wer nur Indie-Nerds aus demselben Jahrgang einlädt, hat nach zehn Karten alle Songs schon identifiziert und die Spannung ist weg.

Ein echter Vorbehalt: Ihr braucht zwingend Spotify. Ohne Abo geht gar nichts, oder man kämpft mit Werbepausen, was den Rhythmus des Spiels zerstört. Das steht leider nirgendwo groß drauf.

Für den Preis aber - glaub mir - gibt es kaum etwas, das einen Abend so verlässlich zum Laufen bringt. Kein Aufbau, keine langen Regeln, sofort los. Für Spieleabende mit Leuten, die sich nicht stundenlang in komplexe Regelwerke reindenken wollen, ist das hier schlicht eine gute Wahl.