Für wen ist das überhaupt gedacht?
Ehrlich gesagt ist das hier kein Spiel für alle. Wer Clive Barkers Kosmos nicht kennt, wer nie einen Ledermann mit Nadeln im Gesicht auf dem Bildschirm sehen wollte, der kann jetzt aufhören zu lesen. Für alle anderen: Revival ist ein atmosphärischer Horror-Titel, der genau dort ansetzt, wo die Vorlage am stärksten ist - in der Beklemmung, nicht im Jump-Scare.
Ich hab die ersten Stunden spät abends gespielt, Kopfhörer auf. Das war vielleicht keine kluge Idee. Die Soundgestaltung ist das, was mich am meisten überrascht hat: kein billiges Gekreische, sondern ein konstantes, tiefes Unbehagen. Das Ding weiß, wie man unter die Haut geht.
Was die Day One Edition bringt
Die Frage, ob man zur Day One Edition greifen soll, ist berechtigt. Man bekommt ein paar Extras dazu - Ingame-Inhalte, Artbook-Material, den üblichen Kram. Nichts, was den Preis allein rechtfertigt, aber für Sammler ist der physische Schuber schon was wert. Glaub mir, solche Auflagen verschwinden schnell aus den Regalen.
Mein ehrlicher Vorbehalt: Das Spiel richtet sich an ein sehr spezifisches Publikum. Wer klassische Action oder offene Welten erwartet, wird frustriert sein. Das Tempo ist langsam, die Erkundung dicht und manchmal fast klaustrophobisch. Genau das ist für mich ein Plus - aber ich kenne Leute, die das nach zwei Stunden weggelegt hätten.
Bei knapp 40 Euro ist das für Horror-Fans ein fairer Preis für ein Spiel, das seinen Ton kennt und ihn durchhält.