Was Fortune's Weave anders macht

Ehrlich gesagt hatte ich keine großen Erwartungen. Fire Emblem hat eine lange Geschichte, und neue Ableger können schnell in die Mittelmäßigkeit abdriften. Aber Fortune's Weave zieht einen anders rein. Das Schicksalssystem, das den Kämpfen zugrunde liegt, fühlt sich nicht nach aufgesetzter Mechanik an - eher wie ein zweiter Puls, den man erst nach ein paar Stunden wirklich spürt.

Ich erinnere mich an eine Nacht, kurz vor Mitternacht, wo ich eigentlich aufhören wollte. Dann kam dieser eine Wegpunkt, eine Entscheidung, die ich bereut hab. Nicht weil das Spiel unfair war, sondern weil es konsequent ist. Das ist selten.

Für wen, für wen nicht

Für Serieneinsteiger ist der Einstieg nicht ganz einfach. Das Spiel erklärt nicht alles, und das ist Absicht. Wer taktische Tiefe sucht und bereit ist, ein paarmal zu scheitern, wird hier sehr gut bedient. Wer schnelle Befriedigung will, schaut lieber woanders hin.

Der Preis von knapp 56 Euro ist für einen Neuzugang ohne Rabatt nicht ohne. Kein Schnäppchen, das muss ich klar sagen. Aber für das, was geboten wird - Umfang, Wiederspielwert, diese eigentümliche emotionale Bindung an Figuren, die man im nächsten Kampf verlieren kann - fühlt es sich am Ende fair an.

Ein Vorbehalt: Wer online-Funktionen erwartet oder einen Multiplayer-Modus, wird enttäuscht. Das hier ist ein Singleplayer-Erlebnis, durch und durch. Für mich ist das kein Makel, aber es kommt eben drauf an, was man sucht.